Der Rheingau-Wanderclub Eltville e.V.
RWC-Logo Wanderwoche im südlichen Teutoburger Wald
und Weserbergland
vom 27. Juni bis 4. Juli 2009

Am 27.06.2009 starteten wir zu einer siebentägigen Wanderwoche in den südlichen Teutoburger Wald und das Weserbergland. Tagesziel war das Gästehaus Sprenger im Kurzentrum Bad Meinberg. Aufgrund der günstigen Lage war es ein idealer Ausgangspunkt für alle Wanderungen und Ausflüge.

Kurpark Bad Meinberg

Sonntag, 28. Juni.
Die erste Wanderung diente der Erkundung der näheren Umgebung. Sie führte durch die Kuranlagen und dem sich anschließenden Sivatikum, einer Wiesenlandschaft mit geordnet eingesprenkeleten Waldgruppen verschiedener Provinence, sowie geschlossenen Waldgebiete, die immerwährend von munterem Vogelgezwitscher begleitet wurden. Die Wanderung führte weiter in Richtung Entenkrug, einem urigen Waldlokal, wo wir bereits erwartet wurden.
Nach einer erfrischenden Stärkung wanderten wir in lockerer Formation um den Norderteich, ein bereits im 12. Jahrhundert von Padaborner Mönchen zwecks Karpfenzucht angelegtes Gewässer, wobei das verschlafene Dörchen Billerbeck tangiert wurde.
Über Feld- und Waldwege, vorbei an einer kleinen Straußenfarm, gelangten wir durch Vororte von Bad Meinberg und von dort durch das Sivatikum zurück zu unserem Gästehaus.
Am Schluss unserer Wanderungen fand sich noch genügend Zeit für einen Kaffeeplausch im Kurpark oder einem Einkaufsbummel.
Nach einem stets wechselndem schmackhaften Abendessen bestand die Möglichkeit an Veranstaltungen der Kurverwaltung teilzunehmen oder sich gleich zu einem Gläschen eigenen Weines im Garten des Gästehauses einzufinden.

Residenzschloss in Detmold

Am Montag, 29. Juni
besuchten wir zunächst das Residenzschloss in Detmold, ein ehemaliges Wasserschloss im Stil der Weserrenaissance. Über 400 Jahre diente es den Grafen und Fürsten zur Lippe als Domizil. Die historische Ausstattung mit seinen prachtvollen Gemälden, den flämischen Gobelins und eine Sammlung von Jagtwaffen aus vier Jahrhunderten vermittelte bei einem Rundgang Einblicke in die Geschichte und Kultur vergangener Zeiten.
Nach einem Bummel durch das schmucke Städtchen mit seinen gepflegten Bauten aus Zeiten der Weserrenaissance, des Klassizismus und Historismus, wurde am Rande der Neustadt, in der oberen Mühle, Mittagsrast gemacht. Anschließend ging es durch den Garten der Musikhochschule, vorbei am Wasserturm und dem Freizeitpark, über Feld, Wald und Flur, zurück zur Pension, wobei sich stets herrliche Ausblicke in die Landschaft boten.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                        

Hexenbürgemeisterhaus Lemgo

Am Dienstag, 30. Juni
starteten wir zu einer Rundfahrt durch die Mittelgebirgslandschaft der Lipperlandes und Teile des sagenumwobenen Weserberglandes.
Erstes Ziel war die einst mächtige Hansestadt Lemgo. Beim Rundgang durch die Altstadt erregte die größte Aufmerksamket das zwischen 1350 und 1612 erbaute Rathaus, das als Baudenkmal von europäischem Rang in die Unesco Liste aufgenommen wurde, sowie das 1571 errichtete Hexenbürgerhaus. Von dort wanderten wir durch Garten und Wallanlagen zum 1578 errichteten Renaissance Schloss Brake.
Nach der Besichtigung des Bauwerkes samt einer bedeutenden Sammmlung aus der Zeit der Weserrenaissance gelangten wir nach Schwalenberg, einem kleinen verträumten Städtchen aus Fachwerkhäusern in dem die Zeit stillzustehen scheint. Hier galt das Interesse vorrangig dem Rathaus, einem ab 1597 in verschiedenen Phasen errichteten Gruppenbau, der mit seinem Schnitzwerk zu den schönsten der Weserrenaissance zählt.
Abschließend wurde noch das Kloster Corvey, das bereits im frühen Mittelalter ein wichtiges kulturelles und politisches Zentrum war, sowie die Stadt Höxter, eine der Hochburgen der Werserrenaissance, aufgesucht. Nach einer Fachkundigen Führung durch einen Teil der Klosteranlagen und die Stadt traten wir den Heimweg an.

Adlerwarte

Am Mittwoch, 1. Juli
standen das Hermannsdenkmal, die Adlerwarte in Berlebeck sowie die Externsteine auf dem Programm.
Nach dem Aufstieg zur Grotenburg wurde im Bereich des Hermannsdenkmals eine Erholungspause eingelegt, bevor es auf dem Hermannsweg längs schattiger Waldwege Richtung Adlerwarte ging.
Bei strahlendem Sonnenschein wurden hier die Flugkünste diverser Greifvogelarten vorgeführt. Nach einer Stärkung im Bergkaffee wurde dann die letzte Etappe via Externsteine absolviert, die an diesem Tag nur aus der Ferne betrachtet wurden.
Alle waren froh als sich nach 16,5 Km Wanderstrecke der Bus näherte, der uns fast bis vor die Haustür unserer Pension zurückbrachte.
                                                                                                                                                                                                             

Auf der Weser

Der Donnerstag, 2. Juli
stand ganz im Zeichen der Erholung und Entspannung.
Ausgangspunkt einer mehrstündigen Weserschifffahrt flußaufwärts war Bodenwerder, die Heimat des Lügenboron Münchhausen.
Vom Sonnendeck des Schiffes aus konnte man die herrliche, bergige Kulturlandschaft des Weserberglandes geniessen. Die Anmut wurde durch eingesprenkelte Bäume bezw. Baumgruppen sowie Felspartien und schmucke Dörfchen noch unterstrichen. In Polle, unterhalb der Burg Everstein, endete die Fahrt.
Nach einer Stärkung im Bergrestaurant und einem letzten Blick von der Burgruine, traten wir die Heimreise an.
Es folgte ein Grillabend mit sämtlichen Gästen und Freunden der Familie des Hauses in einem geschmückten Schankraum. Der Abend wurde eingeleitet durch Darbietungen eines Jägers auf seinem Jagthorn. Bei frisch gegrillten Würdtschen uns Steaks, Salaten und Detmolder Bier aus einem von Wanderfreunden gestifteten Fäßchen, ging der Abend alsbald in den gemütlichen Teil über.
Die Stimmung steigerte sich als Freunde des Hauses sowie Wanderfreundinnen lustige Sketschevortrugen. Nach Tänzen in Trachtenkleidern und Dankreden gab es immer wieder Musik zum Mitsingen. Höhepunkt der Abends war der Auftritt der gekonnt imitierten Wildecker Herzbuben.

Extersteine

Ziel des letzten Wandertages waren die Extersteine, eine Felsformation aus stark silikatisierten Kreideablagerungen die vor 70 Millionen Jahren aufgerichtet wurden.
Am Teich des nahegelegenen Waldhotel Silbermühle wurde noch einmal eine Rast eingelegt bevor es durch das Örtchen Leopoldstal sowie durch Feld und Flur zurück in Richtung Pension ging, die wir durch das schweißtreibende Wetter nahezu erschöpft erreichten.

                                                                                                                                                                      
                                                                                                                              

vor Pension Sprenger

Am nächsten Morgen, Samstag, 4. Juli, traten wir nach Verabschiedung von den Wirtsleuten wohlgestimmt, jeder mit einem Pickert, dem Leibgericht der Lipper, die Heimreise an
Eine individuell geplante und eine harmonisch verlaufende Wanderwoche bei strahlendem Sonnenschein fand damit ihren Abschluß.

Text: Dr. Hermann Dallmann                  Bilder: Franz Kruft                                                     

 


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